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13.01.2026
Bild: Shutterstock_Terelyuk
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Nach den vorläufigen Auswertungen des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur sowie Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg für 2025 gingen im Südwesten rund 132.400 neue Photovoltaikanlagen auf Dächern und Freiflächen ans Netz. Davon entfielen 1.388 Megawatt auf Gebäudeanlagen und 673 Megawatt auf Solarparks. Während der Zubau auf Dächern im Vergleich zu 2024 um 19 Prozent zurückging, legte die Freiflächen-Photovoltaik um 25 Prozent zu und erhöhte ihren Anteil am gesamten Zubau auf 33 Prozent. 

Nach Angaben des Solar Cluster Baden-Württemberg flossen im Südwesten im vergangenen Jahr Investitionen von gut 2,3 Milliarden Euro in Photovoltaikanlagen und Stromspeicher, ein Großteil davon in regionale Wertschöpfung. Die insgesamt installierte Photovoltaikleistung im Land stieg auf rund 14,6 Gigawatt und könnte rechnerisch etwa vier Millionen der 5,2 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. 

Negative Strompreise mit negativen Auswirkungen 
Als einen Grund für den schwächeren Zubau bei Dachanlagen wird die zunehmende Zahl von Stunden mit negativen Strompreisen genannt. Seit Anfang 2025 erhalten Betreiber neuer Anlagen in diesen Zeiträumen keine Einspeisevergütung mehr. Das führt dazu, dass manche Investitionen verschoben oder Anlagen eher auf Eigenverbrauch ausgelegt werden. Werden zusätzlich ausreichend dimensionierte Batteriespeichern verbaut, können die Auswirkungen der negativen Preisen kompensiert werden. Hintergrund ist, dass 2025 nach externen Auswertungen rund 27 Prozent des eingespeisten Solarstroms in Stunden mit negativen Preisen fielen, vor allem zur Mittagszeit in den Sommermonaten. 

2026 als entscheidendes Jahr
Deutlich kritischer bewertet der Verband die auf Bundesebene diskutierte vollständige Streichung der Einspeisevergütung für neue Kleinanlagen. Ohne gleichwertigen Ersatz droht dies den Ausbau auf Dächern deutlich zu bremsen. Das bisherige Fördersystem nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ist nur bis Ende 2026 europarechtlich abgesichert. Für die Zeit danach braucht es verlässliche Vergütungsregelungen, verbunden mit einem zügigen Ausbau intelligenter Messsysteme. 

Nach Berechnungen des Solar Clusters benötigt Baden-Württemberg künftig einen jährlichen Photovoltaikzubau von rund 4.000 Megawatt, um Wirtschaft und Haushalte langfristig mit ausreichend klimafreundlichem Strom zu versorgen. Diese Größenordnung liegt in einer ähnlichen Spanne wie die Annahmen anderer Institutionen, darunter der Netzentwicklungsplan der Übertragungsnetzbetreiber. Das entspräche einer Verdoppelung des aktuellen PV-Ausbaus und bedarf daher zusätzlicher politischer Impulse durch Planungssicherheit und Öffentlichkeitsarbeit. Eine der Forderungen des E-Handwerks für die Landtagswahlen 2026. Für die E-Handwerksbetriebe gilt: nicht locker lassen, am Thema dran bleiben! 

Quelle: Solar Cluster Baden-Württemberg 

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