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22.06.2022

„Es macht uns sehr Spaß, ihn auszubilden“

Der Innungsbetrieb Friess + Merkle Elektrotechnik in Stuttgart bildet gleich zum Start des neuen Ausbildungsberufs einen Elektroniker für Gebäudesystemintegration aus.

Bild: FV EIT BW

Geschäftsführer Jörg Merkle und Azubi Moritz Gula standen Martina Strohm, Referentin Kommunikation beim Fachverband, für einen Austausch zur Verfügung. Dabei berichteten sie über die ersten Wochen in der Schule, im überbetrieblichen Lehrgang und im Betriebsalltag.

Herr Merkle, was hat Sie als einer der Geschäftsführer dazu bewogen, den neuen Ausbildungsberuf bei sich im Betrieb anzubieten? Wo sehen Sie Moritz Gula als Geselle in Ihrem Betrieb? Wo wird er in Zukunft einsetzbar sein?

Jörg Merkle: „Im Elektrohandwerk spielen mittlerweile und zukünftig verstärkt so viele Komponenten und Gewerke zusammen – Elektromobilität, Solar, KNX – alles muss zusammengefügt werden – genau für diese Entwicklung benötigen wir Experten für unsere Geschäftsfelder. So sehen wir eine große Zukunft für den Ausbildungsberuf.“

War es schwierig, E-Zubis für diesen Ausbildungsberuf zu finden?

Jörg Merkle: „Moritz Gula kannten wir und er uns schon durch ein vorheriges Schülerpraktikum, das er bei uns absolvierte. Nach seinem Abschluss der mittleren Reife wollte er eigentlich den Informationselektroniker letztes Jahr beginnen. Doch mit seinen Voraussetzungen der guten Noten und dem Interesse an IT schlugen wir ihm vor, dass er doch den Elektroniker für Gebäudesystemintegration beginnen könnte. Das Interesse war groß und so starteten wir mit dem neuen Ausbildungsberuf.“

Herr Gula, wie kam es dazu, dass Sie sich für den GSI entschieden?

Moritz Gula: „Von Forstwirtschaft bis Elektrohandwerk – ich hatte noch keine Ahnung, welche Ausbildung ich machen will, auf jeden Fall sollte es etwas handfestes mit viel Praxisbezug sein. Da ich in Plochingen wohne, googelte ich einfach mal nach Elektrobetrieben und stoß so auf Friess + Merkle, die dort auch eine Filiale haben. Somit machte ich dort mein Schülerpraktikum und entschloss mich nach meinem Schulabschluss die Ausbildung dort zu beginnen. Besonders interessant fand ich den Schwerpunkt IT im neuen Ausbildungsberuf.“

Wie war Ihr Start in der Berufsschule und im überbetrieblichen Lehrgang?

Moritz Gula: „Ich war total aufgeregt! Von null auf hundert: Ausbildungsstart und dann noch allein in Karlsruhe. Das haben wir schon in unserer Familie diskutiert, ob ich allein dort wohnen kann. Aber pendeln wäre zu stressig gewesen. So wohne ich in Karlsruhe nun im Kolpingheim. Die Berufsschule ist top ausgerüstet! Zudem hatten wir Einführungstage, um einen Überblick zu bekommen. Da wir nur eine kleine Klasse sind, machen wir gerne noch nach der Schulzeit etwas zusammen. An den vielen Unterrichtsstoff mussten wir uns erst mal gewöhnen. Als kleine Gruppe können wir uns den Stoff aber gut selbst zusammen erarbeiten. Der überbetriebliche Lehrgang im etz war sehr gut, die haben uns den Respekt vor dem ganzen neuen Stoff genommen.“

Wie war der Start im Betrieb, welche Tätigkeiten dürfen Sie bis jetzt ausüben?

Jörg Merkle: „In unserem Betrieb mit rund 25 Beschäftigten haben grundsätzlich unsere Azubis viele verschiedene Tätigkeitsfelder. Moritz muss somit zunächst auch andere Tätigkeiten als nur für den GSI´ler machen. Aber er bringt auch neue Impulse durch seine Ausbildung in unseren Betrieb mit ein. Es macht uns sehr Spaß, ihn auszubilden.“

Moritz Gula: „Ich bin natürlich immer bei den Baustellen dabei. Es gibt hier ein super Arbeitsklima. Ich kann mich immer mit allen austauschen, habe überall Ansprechpartner und jeder hat ein offenes Ohr für mich.“

Würden Sie Ihren Freunden empfehlen, sich auch zum Elektroniker Gebäudesystemintegration ausbilden zu lassen?

Moritz Gula: „Ich würde den Freunden den Beruf empfehlen, die gerne lernen, großes Interesse haben, flexibel sind und einen großen Willen haben, technische Probleme zu lösen.“

Jörg Merkle: „Wer GSI´ler werden will, sollte auf jeden Fall Spaß an Technik und logischen Verknüpfungen haben sowie hartnäckig an Probleme herangehen.“

Herr Merkle, wie bereiten Sie sich als Betrieb für das nächste Ausbildungsjahr im Herbst 22 vor – wie sind Ihre Aktivitäten für die Nachwuchssicherung?

Jörg Merkle: „Wir setzen wieder auf unsere Schülerpraktika, durch die wir regelmäßig neue Azubis erhalten. Innerhalb einer Woche können sich hier künftige Azubis und wir als Betrieb uns gegenseitig kennenlernen. So haben wir für dieses Jahr wieder neue Azubi-Bewerbungen. Darüber hinaus ist die Nachwuchswerbe-Messe Handsup in Stuttgart, auf der sich auch die Elektro-Innung Stuttgart präsentiert, immer wieder eine gute Möglichkeit, für die Ausbildung zu werben.“

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